Unsere
Geschichte ist eine Bearbeitung des « Woyzeck » von Büchner.
Die ursprüngliche Version erzählt den Lebensweg eines Soldaten,
der seinem Kapitän dienen und sich selbst medizinischen Experimenten
unterziehen muss und schließlich seine Frau tötet.
Unsere Geschichte findet in einer Art Vorzimmer statt, dem Warteraum unseres
Bewusstseins, das wir uns als einen Ort zwischen Leben und Tod vorstellen
können.
Ein Engel mit schwarzen Flügeln raucht in einer Ecke, während Woyzeck
eine mögliche Marie hinter sich her zieht.
Dies ist der Anfang einer Geschichte, die sich unendlich abzuspielen scheint.
Es ist die Geschichte eines Mannes, der durch seine psychische Labilität
zerbrechlich geworden ist, durch den öffentlichen Verrat seiner Frau
gedemütigt wurde und schließlich zum Mörder wird. Aber in
dieser Geschichte bleibt der Mord ohne Folge, die Besessenheit von Woyzeck
wiederholt sich wie in einem Karussell, in dem die gleichen Figuren abwechselnd
hoch und nieder gehen. Dieses Karussell dreht sich und Woyzeck stürzt
immer tiefer hinab in seine eigene Vernichtung, seine letzte Vereinsamung.
Marie ist da, als ob sie auf ihren Tod warten würde. Die Begierde, die
sie für den Tambourmajor empfindet, stellt einen letzten Versuch dar,
dem Tod zu entkommen.
Zwei Figuren sehen Woyzeck fallen und begleiten ihn in seinen Fall: Ein quasi
Engel und eine quasi Femme Fatale, letzte Vertreter der medizinischen Macht
und des moralischen Anstandes. Aber in dieser Welt ist die Moral ein leerer
Ruf und die Medizin ein Vorwand, den Menschen wie eine Sache zu benutzen.
(Machine Théâtre)
Machine Théâtre ist ein Schauspieler- und Regisseurenkollektiv,
das aus der Ausbildung in der Schauspielschule von Montpellier unter
der Leitung von Ariel Garcia Valdès hervorgegangen ist.
Als solidarische Einzelgänger ist es unser Wille, das gemeinsame
Wohl vor persönliche Interessen zu stellen.
Jeder trägt auf seiner Art und Weise eine Poesie, einen Charme,
eine Einzigartigkeit in sich und wir versammeln uns im Laufe der Projekte
um den einen oder anderen von uns.
Es gibt keinen Chef bei Machine Théâtre, keinen « demiurgischen» Leiter,
sondern ein Kollektiv, das versucht, Theaterkunst ständig zu hinterfragen.
Wir haben eine gemeinsame Lust am Theater, eine Vision und einen Anspruch,
die uns zusammenführen und in diesen eher individualistischen Zeiten
den Glauben an den Gruppengeist als schöpferische Kraft.
«Das Kollektiv Machine Théâtre hat sich 2001 um neun
Schüler der Schule gebildet, die sich «in diesen eher individualistischen
Zeiten zu dem Glauben an den Gruppengeist als kreative Kraft» bekennen.
Dieser «Geist» lehnt den Starkult ab – es gibt keinen
ständigen Regisseur, sondern einen so genannten «Projektträger»,
der je nach Aufführung wechselt –, und befürwortet, eine
besondere Art die Bühne zu teilen. »
René Solis - Libération, Januar 2008
„`Woyzeck oder das Verschwinden´ ist ein neuer Blick
auf Büchners Woyzeck. Wenig Worte, doch eine große darstellerische
Kraft, wenn der Mord an Marie und der Fall des Antihelden gleichsam
in einer höllischen Spirale immer aufs Neue wiederholt werden.
Man ahnt die enorme Energie der Schauspieler.”
La Gazette de Nîmes, Oktober 2008
„Man wird hineingezogen in die `Aberratio mentalis partialis´ des
Woyzeck, taucht ein in ein schwarzes, weißes, rotes Theater voller
Licht und Schatten, ein Tanztheater im Geiste Pina Bauschs, in dem
die Szenen von Verführung und Tod wie in einem fantastischen Wirbel
immer aufs Neue gespielt werden. Eine originelle, erfindungsreiche, verstörende
aber auch verführerische
Inszenierung.”
La Marseillaise, Oktober 2008
„Ausgehend von Büchners Text setzt Céline Massol
auf die Kraft des Visuellen: Das perfekte Zusammenspiel von Licht und
Schatten lässt die Szenerie wie ein impressionistisches Gemälde
erscheinen, das den Mord an Marie durch ihren außer sich geratenen
Ehemann zum Sujet macht. Der Zuschauer vergisst Zeit und Raum, und
bestimmte Bilder werden ihn nicht so schnell loslassen.”
Midi Libre, Oktober 2008
„Céline Massol gelingt eine poetische Verdichtung von
Büchners Stück. Ein ästhetisches Erlebnis, ein befremdlicher
Traum und eine schauspielerische Leistung der Darsteller, dass einem
der Atem stockt.”
La Gazette, Oktober 2008
D'après Georg Büchner
Céline Massol
Royds Fuentes-Imbert
Ludivine Bluche, Christelle Glize, Franck Ferrara
Jean-Marie Deboffe
Alexandre Flory
Guillaume Pincemin
Laetitia Hebting
Elodie Couraud
Catherine Launay
Machine Théâtre / Compagnie gefördert durch das Kulturministerium DRAC LR (Generaldirektorat für kulturelle Angelegenheiten des Languedoc-Roussillon) / Partnerschaft mit der Compagnie du Cratère / Scène Nationale d’Alès
Théâtre d’O, Le Cratère /SN d’Alès, Regionaler Naturpark Narbonnaise.
DRAC LR (Generaldirektorat für kulturelle Angelegenheiten des Languedoc-Roussillon, den Regionalrat Languedoc-Roussillon, den Generalrat der Region Hérault und die Stadt Montpellier