Logo
  •  

thirteen ways of looking at a blackbird

In dem Gedicht Thirteen Ways of Looking at a Blackbird von Wallace Stevens begegnet der Dichter einer Amsel in einer verschneiten Winterlandschaft. In jeder der dreizehn Strophen sieht der Dichter die Amsel in einem anderen Kontext. Zuerst sieht er nur ihr schwarzes Auge, das sich vor dem Hintergrund einer verschneiten Bergkette bewegt. In der achten Strophe, zum Beispiel, meditiert er über den Klang ihrer Stimme und die Verbindung zwischen Mensch und Vogel. In der elften Strophe stellt er sich einen Passagier in einer Glaskutsche vor, der deren Schatten als eine Schar von Amseln wahrnimmt. Die Art, wie die Amsel auftritt, zeigt die Veränderung in dem Bewusstsein des Dichters, das zwischen Gedanken, Wahrnehmungen und einem Zustand der Meditation hin- und herschwingt.
In der Performance THIRTEEN WAYS OF LOOKING AT A BLACKBIRD beschreiben Videoprojektionen auf einer Textilinstallation, Spoken Word und Musik audio-visuelle, physische und imaginäre Landschaften, oder wie Wallace Stevens sagen würde "Landschaften der Empfindlichkeit". Die Performance offenbart das Gedicht nicht, sie schafft einen Raum, einen Geisteszustand, in dem das Gedicht gehört werden kann.

Wallace Stevens

Wallace Stevens wurde in Reading, Pennsylvania 1879 geboren. Als er in Harvard Jura studierte, veröffentlichte er seine ersten Gedichte im "Harvard Advocate". Nachdem er bei verschiedenen Anwaltskanzleien und Versicherungen gearbeitet hatte, fing er 1916 bei der Hartford Accident and Indemnity Versicherung an und zog nach Hartford, wo er bis an sein Lebensende lebte. Sein erstes Buch Harmonium erschien 1923 bei dem renommierten Verlag Alfred A. Knopf. Obwohl Stevens von seinen Zeitgenossen gelobt und bewundert wurde, war er enttäuscht über die Rezensionen und schrieb die nächsten Jahre wenig. In den dreißiger Jahren schrieb er drei Gedichtbände: Ideas of Order (1935), Owl's Clover (1937) und The Man With the Blue Guitar (1937). Darauf folgten Parts of a World (1942), Notes toward a Supreme Fiction (1942) und Esthetique du Mal (1942). In der Zwischenzeit war er 1934 zum Vizepräsident der Hartford Accident and Indemnity ernannt worden. 1951 erschien The Necessary Angel, eine Sammlung von Essays über Poesie und Ästhetik. Für sein Werk erhielt Wallace Stevens zweimal den National Book Award for Poetry (1951, 1955), die Gold Medal der Poetry Society of America (1951) und den Pulitzer Preis (1955), im Jahr seines Todes.

Mitwirkende

Konzept, Regie, Spoken Word

Nicola Caroli

Video

Frank Vetter und Joanna Kane

Textilinstallation

Jeanette Sendler

Musik

Kai Fagaschinski

Ausstattung

Sönke Hoof

Produktionsleitung

Catherine Launay

Produktion

Nicola Caroli, Berlin

Koproduktion

Internationales Literaturfestival Berlin, papirossa - Netzmuseum für Sprache, Galerie der Künste

Mit freundlicher Unterstützung

des Ausland, der Traumfabrik, Berlin, und des Goethe Instituts Glasgow und Toulouse

Daten

  • Juli 2006, kunst:raum sylt quelle, Sylt (D)
  • März 2005, Traverse Vidéo, Toulouse (F)
  • September 2004, 4. Internationales Literaturfestival, Berlin (D)
  • März 2004, National Review of Live Art, Glasgow (GB)
  • November 2003, Instants Vidéos, Manosque (F)

Von der gleichen Regisseurin auf dieser Webseite

EINE ART GEDULD
LOOKING FOR ANNE

www.nicolacaroli.com

  •