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nicola caroli

Foto: Jörg Richter

Regisseurin, Performerin, Dichterin geboren 1965 (D). Lebt und arbeitet in Berlin.

Biographie

Nicola Caroli absolviert ein Schauspieltraining an der Royal Academy of Dramatic Art, London (1991 - 1994) und hat einen Master of Fine Arts in Creative Writing, Poetry, Vermont College (1994 - 1996). Zusammen mit der Faserkünstlerin Jeanette Sendler gründet sie 1999 emerging properties, um die Interaktion zwischen Faserkunst und Poesie zu erforschen. Von 2001 bis 2007 steht emerging properties für die interdisziplinären Performances mit Poesie von Nicola Caroli. Sie ist die Autorin folgender Texte: Boda.Hemi.Jaja., Theaterverlag Hofmann-Paul (2002); Kurzgeschichten und Gedichte im Konkursbuch, The Printer's Devil, Scheitern (2000). Sie produziert 2005 mit der Illustratorin Nina Pagalies ein Poetry-Shirt mit den Proverbs of Hell von William Blake. Sie ist seit 2005 als Lesepatin tätig und plant derzeit, ein “Poem Space” in Berlin zu eröffnen.

KÜnstlerische Arbeit

Nicola Carolis Interesse ist es, die Umsetzung der Poesie im Raum, einen Raum für ein Gedicht/Gedichte und die Gedanken- und Gefühlswelt eines Dichters zu schaffen. Es geht dabei sowohl um eine auditive, sinnliche Erfahrung als auch um eine geistige und sprachliche Herausforderung für das Publikum. Der Zuschauer ist oft körperlich ein Teil der Performance oder Installation und diese kann für ihn durchaus zur Selbsterfahrung werden.
Sie hat sich vornehmlich mit der Poesie von Wallace Stevens, William Blake, Richard McCann, Gertrud Kolmar, Paulus Böhmer und Anne Carson beschäftigt.

Emma Braslavsky, künstlerische Leiterin des papirossa, netzmuseum für Sprache, Berlin beschreibt die Performances von Nicola Caroli als „gelebte Poeme“ oder „gelebte Bewegungen“ und greift dabei die Worte von Thea Herold über Marina Abramovic in "Die Zeit" (2000) auf. Emma Braslavsky schreibt weiter: "Die Zeit wird aus der poetischen Dichte des Materials herausgelöst und über den Bühnen-Raum hinweg transportiert, die in die poetische Erfahrung mündet, in der Octavio Paz die Stützsäulen für eine längst fällige philosophy of the present sieht.
Nicola Caroligelingt es durch diese andauernde Gegenwartszeit, in ihren Stücken das Zusammenspiel fast-realistischer Elemente in eine Fremdheit zu versetzen, eine Distanz zu schaffen, die den Stoff erst entdeckbar werden läßt. Sie sind in diesem Sinne im postdramatischen Theater zu Hause, in einer Art Echtzeittheater, das die Gegenwart für die Dauer der Performance (auf griechische Art) vor dem Hintergrund einer permanence festhält."

Arbeiten (Auswahl)

  • STRIPPING FOR GERTRUD KOLMAR, One-to-one Performance mit vier Gedichten aus dem GedichtzyklusWeibliches Bildnis von Gertrud Kolmar: Festival 100°, Berlin (D), 2008; Schwelle 7, Berlin (D), 2007.
  • LOOKING FOR ANNE, Audio/Videoinstallation für drei Zuschauer nach dem Gedicht The Glass Essay von Anne Carson: The English Theatre, Berlin (D), 2007.
  • KADDISH I - X von Paulus Böhmer, Lesung mit zehn Sprechern über zwei Abende: Künstlerhaus Mousonturm, Francfort/Main (D), 2006.
  • EINE ART GEDULD - GHOST LETTERS IV, Performance mit Text, Ton und Bewegung , inspiriert von Gedichten Ghost Letters von Richard McCann: Die Druckstelle, Berlin (D), 2008; Galerie Kunstladen, Berlin (D) 2005; GdK Galerie der Künste, Berlin (D), 2005; Festival 100°, Berlin (D), 2005; Galerie space untitled, Berlin (D), 2004; Brotfabrik, Berlin (D), 2004.
  • THIRTEEN WAYS OF LOOKING AT A BLACKBIRD, Textilinstallation mit Video, Musik und Spoken Word nach dem gleichnamigen Gedicht von Wallace Stevens: kunst:raum sylt quelle, Sylt (D), 2006; Festival Traverse Vidéo, Toulouse (F), 2005; 4. Internationales Literaturfestival, Berlin (D), 2004; National Review of Live Art, Glasgow (UK), 2004; Festival Instants Vidéos, Manosque (F), 2003.
  • GHOST LETTERS III, Performance/Installation für vier Tänzerinen, inspiriert von dem Gedicht Feast of Salt von Richard McCann: Schloss Lanke, Tanztage - Sopiensaele, Berlin (D), 2003.
  • EINE STUNDE RILKE, Lesungreihe im Dunkeln von Rilkes Duineser Elegien: Martha Kirche, Berlin (D), 2002.

www.nicolacaroli.com