In The Glass Essay besucht die Erzählerin nach einer gescheiterten
Liebesbeziehung ihre Mutter auf dem Land. Bei ihren einsamen Spaziergängen
in der wilden Moorlandschaft und Gesprächen mit ihrer Mutter in der
Küche, verknüpft die Erzählerin eigene Erinnerungen mit
dem Leben und Werk Emily Brontës.
Als griechische Philologin ist Anne Carson eine Vermittlerin zwischen
der Gedankenwelt und dem Sprachgebrauch der Antike und der Moderne. In
vielen ihrer Gedichte reflektiert sie das Wesen des Gottes Eros. In dem
Namen, dem Wort „Eros“ sind zwei Begriffe enthalten: „Mangel“
und „Verlangen“. Die Dynamik zwischen diesen beiden Zuständen
ist Kern von The Glass Essay. Sie zeigt sich in den Erinnerungen an die
Liebesbeziehung, im Dreiecksverhältnis der drei Protagonistinnen
und an den Grenzen/Schnittstellen zwischen verschiedenen inneren und äußeren
Zeiten und Räumen.
Wie man es dreht und wendet, Eros nimmt Raum ein und verkörpert gleichzeitig
Leere: in uns, zwischen uns und außerhalb von uns. Die Installation
LOOKING FOR ANNE ist ein Versuch einer solchen Raumerfahrung im Rahmen
des Gedichts The Glass Essay. Sie bietet dem Zuschauer an, aktiver Teilnehmer
zu sein, das Gedicht zu lesen oder sich in der Installation zu positionieren.
Anne Carson, geboren 1950 in Toronto, unterrichtet heute in Michigan klassische griechische und römische Literatur. In Kanada und den USA wird sie gefeiert als eine der wichtigsten Stimmen der Lyrikszene – sie hat u.a. den Pushcart Prize, den T.S. Eliot Prize, die MacArthur Fellowship und die Guggenheim Fellowship erhalten. Im Frühjahr 2007 wird Anne Carson als Fellow der American Academy Berlin an einer neuen Übersetzung des gefesselten Prometheus von Äschylos arbeiten.
Glass, Irony, and God, New Directions, 1995
Eros the Bittersweet, Dalkey Archive Press, 1998
Plainwater, Essays and Poetry, Vintage 2000
The Beauty of the Husband, Jonathan Cape , 2001
If Not, Winter, translations from Sappho, Vintage 2003
Decreation: Poetry, Essays, Opera, A.Knopf, 2005
In Deutsch erschienen Glas, Ironie und Gott (2000) und Rot
(2001) beim Piper Verlag.
Nicola Caroli
Joanna Kane
Marie Chartron
Sophie Watzlawick
Catherine Launay
Judica Albrecht, Sima Abidi, Thorsten Bessel, Gregor Blahak, Caroline Dear, Ellen Esser, Judith Gaida, Daniela Graefe, Andreas Harder, Sönke Hoof, Eve Hurford, Timo Kahlen, Joanna Kane, Annette Leeb, Leslie Malton, Vanessa Mildenberg, Birgit Patzelt, Jurij Poelchau, Jörg Richter, Jeanette Schäfer, Jeanette Sendler, Inge Sievers, Frank Vetter, Sabine von Rothkirch und Murray Watts für ihr Mitwirken.
Nicola Caroli, Berlin
Kunst:Raum Sylt Quelle, Sylt (D)
The English Theatre, Berlin (D)
Juni 2007, The English Theatre, Berlin (D)
Von der gleichen Regisseurin auf dieser Webseite
EINE ART GEDULD
THIRTEEN WAYS OF LOOKING AT A BLACKBIRD