© Mirko Zander
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Thirteen Ways of Looking at a Blackbird

Nicola Caroli (D)

Tags
Produktionsleitung und Gastspielmanagement
Performance

In dem Gedicht «Thirteen Ways of Looking at a Blackbird» von Wallace Stevens begegnet der Dichter einer Amsel in einer verschneiten Winterlandschaft. In jeder der dreizehn Strophen sieht der Dichter die Amsel in einem anderen Kontext. Zuerst sieht er nur ihr schwarzes Auge, das sich vor dem Hintergrund einer verschneiten Bergkette bewegt. In der achten Strophe, zum Beispiel, meditiert er über den Klang ihrer Stimme und die Verbindung zwischen Mensch und Vogel. In der elften Strophe stellt er sich einen Passagier in einer Glaskutsche vor, der deren Schatten als eine Schar von Amseln wahrnimmt. Die Art, wie die Amsel auftritt, zeigt die Veränderung in dem Bewusstsein des Dichters, das zwischen Gedanken, Wahrnehmungen und einem Zustand der Meditation hin- und herschwingt.

In der Performance Thirteen Ways of Looking at a Blackbird beschreiben Videoprojektionen auf einer Textilinstallation,
Spoken Word und Musik audio-visuelle, physische und imaginäre Landschaften, oder wie Wallace Stevens sagen würde "Landschaften der Empfindlichkeit". Die Performance offenbart das Gedicht nicht, sie schafft einen Raum, einen Geisteszustand, in dem das Gedicht gehört werden kann.

Wallace Stevens

Wallace Stevens wurde in Reading, Pennsylvania 1879 geboren. Als er in Harvard Jura studierte, veröffentlichte er seine ersten Gedichte im "Harvard Advocate". Nachdem er bei verschiedenen Anwaltskanzleien und Versicherungen gearbeitet hatte, fing er 1916 bei der Hartford Accident and Indemnity Versicherung an und zog nach Hartford, wo er bis an sein Lebensende lebte. Sein erstes Buch Harmonium erschien 1923 bei dem renommierten Verlag Alfred A. Knopf. Obwohl Stevens von seinen Zeitgenossen gelobt und bewundert wurde, war er enttäuscht über die Rezensionen und schrieb die nächsten Jahre wenig. In den dreißiger Jahren schrieb er drei Gedichtbände: «Ideas of Order» (1935), «Owl's Clover» (1937) und «The Man With the Blue Guitar» (1937). Darauf folgten «Parts of a World» (1942), «Notes toward a Supreme Fiction» (1942) und «Esthetique du Mal» (1942). In der Zwischenzeit war er 1934 zum Vizepräsident der Hartford Accident and Indemnity ernannt worden. 1951 erschien «The Necessary Angel», eine Sammlung von Essays über Poesie und Ästhetik. Für sein Werk erhielt Wallace Stevens zweimal den National Book Award for Poetry (1951, 1955), die Gold Medal der Poetry Society of America (1951) und den Pulitzer Preis (1955), im Jahr seines Todes.

Mitwirkende

Konzept, Regie, Spoken Word
Nicola Caroli
Video
Frank Vetter
Joanna Kane
Textilinstallation
Jeanette Sendler
Musik
Kai Fagaschinski
Ausstatung
Sönke Hoof
Produktionsleitung und Gastspielmanagement
Catherine Launay
Produktion
Nicola Caroli, Berlin
Koproduktion
Internationales Literaturfestival Berlin (D)
papirossa - Netzmuseum für Sprache, Berlin (D)
Galerie der Künste, Berlin (D)
Mit freundlicher Unterstützung
Ausland, Berlin (D)
Traumfabrik, Berlin (D)
Goethe Institut, Glasgow (UK)
Goethe Institut, Toulouse (F)

Aufführungen

2006
kunst:raum sylt quelle, Sylt (D)
2005
Festival Traverse Vidéo, Toulouse (F)
2004
4. Internationales Literaturfestival, Berlin (D)
National Review of Live Art, Glasgow (GB)
2003
Festival Instants Vidéos, Manosque (F)